Badminton-Verband Berlin-Brandenburg e.V.
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Neues Regelwerk

 

Zählweise

Jeder gewonnene Ballwechsel (Rally) führt zu einem Punkt. Gleichwohl ob Einzel oder Doppel, es wird bis 21 gespielt.

Ausgenommen

beim Spielstand 20:20 gewinnt die Seite (Partei) den Satz, die zuerst eine Vorsprung von 2 Punkten hat.
beim Spielstand 29:29 gewinnt die Seite den Satz, die zuerst den 30. Punkt erzielt. Das gesamte Spiel gewinnt die Seite, welche zuerst zwei Sätze gewonnen hat. (wie bisher!)

 

Aufschlagende Seite

Das ist stets die Seite, die den Ballwechsel gewonnen hat. Das kann die zuvor aufschlagende wie auch die rückschlagende Seite sein. Im Doppel gibt es keinen zweiten Aufschlag mehr.

 

Aufschlagposition

Gleichwohl ob Einzel oder Doppel gespielt wird, bei geradem Punktestand der aufschlagenden Seite wird von rechts, bei ungeradem Punktestand von links aufgeschlagen.

 

Doppelpositionen

Innerhalb einer Doppelpaarung wechseln die Spieler der aufschlagenden Seite ihre Positionen, wenn sie nach eigenem Aufschlag einen Punkt erzielt haben. (wie bisher!) Erzielt die rückschlagende Seite einen Punkt, so bleiben die Positionen aller Spieler unverändert.

 

Aufschlagzyklus im Doppel

An den Positionen, welche die Spieler zu Beginn des Satzes einnehmen, lässt sich ablesen, in welcher Reihenfolge sie das Aufschlagrecht erhalten werden:

erster Aufschläger beginnt rechts bei 0:0,
Partner des ersten Rückschlägers beginnt links bei 1:X,
Partner des ersten Aufschlägers (rechts oder links, das hängt vom Spielstand ab),
erster Rückschläger (rechts oder links, das hängt vom Spielstand ab),
erster Aufschläger, usw.

Während eines Satzes bleibt diese Reihenfolge unverändert.

 

Fehlerhafte Positionen

Wann immer eine fehlerhafte Position bei der auf- oder rückschlagenden Seite bemerkt wird, ist dieser Fehler zu berichtigen. Konsequenzen im Hinblick auf Punktestand und Aufschlagrecht hat eine Positionskorrektur allerdings nicht.

 

Pausen

Zwischen den Sätzen (ersten zu zweiten bzw. zweiten zu dritten) ist eine Pause von maximal 2 Minuten erlaubt. Die 5-Minutenpause gehört der Vergangenheit an. In allen Sätzen, wenn die führende Seite 11 Punkte erreicht, ist eine Pause von maximal 1 Minute erlaubt. Das Feld muss spätestens 20 Sekunden vor Pausenende wieder betreten werden.

 

Seitenwechsel im 3. Satz

In einem Entscheidungssatz, wenn die führende Seite 11 Punkte erreicht, sind die Spielfeldseiten zu wechseln. Wird dies versäumt, so ist der Wechsel bei nächster Gelegenheit ohne weitere Konsequenzen nachzuholen.

 

Coaching

In den erlaubten Pausen dürfen Spieler von maximal 2 Personen betreut werden und damit Ratschläge erhalten. Zwischen den Ballwechseln, also wenn der Ball nicht im Spiel ist, darf ein Betreuer ebenfalls Ratschläge erteilen. Dies setzt allerdings voraus, dass er auf einem Stuhl hinter der Spielfeldseite seines Spielers sitzt.

 

Unerlaubtes Coachen

Wenn nach Auffassung des eingesetzten Schiedsrichters ein Betreuer das Spiel behindert, oder ein gegnerischer Spieler durch einen Betreuer gestört wird, ist auf „Wiederholung“ zu entscheiden. Der Referee ist zu informieren. Der Referee hat dem betreffenden Betreuer eine Verwarnung zu geben. Wiederholt sich ein solcher Vorfall, hat der Referee den Betreuer darüber zu informieren, dass er ihn von der Spielfeldebene entfernen kann, sofern dies notwendig erscheint.

 

Overrulen

Ein eingesetzter Schiedsrichter kann eine Linienrichterentscheidung korrigieren. Allerdings nur dann, wenn er (und nicht etwa eine andere Person) zweifelsfrei die Fehlentscheidung des Linienrichters erkannt hat. Er wird unmittelbar nach Eintreten die Korrektur ausrufen.

 

Verletzung

Es gibt keine verletzungsbedingte Pausen. Ausgenommen hiervon ist allerdings eine blutende Wunde, sie darf und muss behandelt werden. (wie bisher!) Im Verletzungsfall entscheidet einzig der Referee, ob medizinisches Personal oder andere Personen auf dem Feld benötigt werden. Der Referee kann folglich auch Betreuer des verletzten Spielers hinzuziehen.

 

Unsportlichkeiten

Ein eingesetzter Schiedsrichter zeigt leichte Verstöße durch eine gelbe Karte (Verwarnung) an. Leichte Verstöße sind: Spielverzögerung, unerlaubtes Coachen, unerlaubtes Trinken, unerlaubtes Verlassen des Spielfeldes, unerlaubtes Verändern der Balleigenschaft oder anderweitig unsportliches Verhalten.

Wiederholte Verstöße (nach gelb) zeigt der Schiedsrichter durch eine rote Karte an (Verwarnung und Punkt für den Gegner).

Bei hartnäckig sich wiederholenden Verstößen, groben Unsportlichkeiten oder verspäteter Rückkehr aus der Pause zeigt der Schiedsrichter die rote Karte und ruft den Referee. Dieser kann nach Einschätzung der Situation die schwarze Karte zeigen lassen (Disqualifikation).

 

Balltausch

Das Auswechseln eines Federballs während des Spiels darf nicht unfair missbraucht werden. Der Schiedsrichter entscheidet, ob ein Ball ausgewechselt werden muss.

 

Ball über das Netz

Nicht nur beim Aufschlag, sondern auch während eines Ballwechsels muss der Ball über das Netz fliegen. Ein Ball, welcher kunstvoll um den Pfosten gewickelt wird, ist mithin Fehler.

Klaus-Michael Becker

Vorsitz DBV-Referat Schiedsrichterwesen

 

 

Tipp 1

Ballwechsel gewonnen bei eigenem Aufschlag -> Punkt / Positionswechsel / Aufschlag
Ballwechsel gewonnen bei Rückschlag -> Punkt / kein Wechsel / Aufschlag
Ballwechsel verloren -> kein Punkt / kein Wechsel / kein Aufschlag

 

Tipp 2

Steht zur Leitung eines Spiels kein Schiedsrichter zur Verfügung, so sollte zumindest solange bis das neue System verinnerlicht ist, ein Freiwilliger das Zählen übernehmen.

Ist das nicht möglich, so sollte der Spielstand nach jedem Ballwechsel unmissverständlich angesagt werden. Im ersten Satz kann das ein Spieler der einen, im zweiten Satz dann ein Spieler der anderen Seite übernehmen.

 

Download: was-ist-neu.pdf